Bisher dachte ich immer, Flusskreuzfahrten wären nicht wirklich etwas für mich. Wenn ich die Schiffe vom Land aus betrachtet habe, schien mir das nicht ganz zu passen. Aber die Branche verändert sich gerade extrem, und der Fokus wird zunehmend auf ein jüngeres Publikum und Familien verlegt. Das macht es auch für uns Alleinreisende plötzlich sehr spannend.
Ein Markt explodiert Die Zahlen sind eindeutig. In 2024 haben allein 840.000 Deutsche eine Flusskreuzfahrt gemacht. Das ist ein sattes Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 75 Prozent aller Reedereien in diesem Bereich erwarten weiteres Wachstum. Sogar Hochsee-Giganten wie Celebrity Cruises steigen ab 2027 mit gleich 20 neuen Schiffen in den Markt ein. Die Nachfrage ist also riesig.
Der Vorteil beim Einzelkabinenzuschlag Auf der Hochsee zahlen wir als Solo-Reisende im Durchschnitt 50 bis 100 Prozent Aufschlag. Auf dem Fluss sieht das etwas anders aus. Da es dort keine großen Casinos, Mega-Spas oder unzählige Spezialitätenrestaurants gibt, existieren weniger Möglichkeiten für die Rädereien, an Bord zusätzlich Geld zu verdienen. Die oberste Priorität ist es, jede Kabine überhaupt erst einmal zu belegen.
Daher ist es einfacher, Angebote mit niedrigeren Zuschlägen zu finden. Bei Anbietern wie Riviera Travel, Tauck oder Avalon Waterways gibt es oft Standard-Kabinen mit 0 Prozent Einzelkabinenzuschlag. Riviera Travel hat mit der MS George Elliott sogar ein Schiff im Einsatz, das zu 100 Prozent für Alleinreisende vorgesehen ist.
Sind da nicht nur alte Leute? Das war auch mein erster Gedanke. Wenn man sich Dokus auf YouTube anschaut, wirkt das oft so. Aber die Zahlen zeigen ein anderes Bild. Die überwiegende Mehrheit der Reisenden im DACH-Raum ist zwischen 56 und 65 Jahre alt. Das ist jünger, als ich dachte. Anbieter wie A-Rosa oder bald Celebrity Cruises setzen zudem aktiv auf eine jüngere Zielgruppe. (Flusskreuzfahrt als Alleinreisender also doch interessant?)

Die 5 Fragen für Solo-Reisende Wenn du überlegst, ob das etwas für dich ist, stell dir diese fünf Fragen:
- Wie stehe ich zur Größe? Mit nur rund 150 Leuten an Bord gibt es keine Anonymität wie auf großen Kreuzfahrtschiffen. Man kennt sich schnell.
- Was möchte ich erleben? Bei einer Flusskreuzfahrt stehen Städte und Kultur im Vordergrund. Du bist oft an Land unterwegs, die Dynamik ist ganz anders als auf dem offenen Meer.
- Wie wichtig ist mir der Preis pro Nacht? Im Durchschnitt zahlst du etwa 195 Euro pro Nacht. Das ist oft mehr als bei Hochsee-Schnäppchen, aber dafür fallen die teuren Zusatzverkäufe an Bord größtenteils weg.
- Buche ich spontan? Wer spontan ist, hat bessere Chancen, Kabinen mit niedrigem Solo-Aufschlag zu ergattern.
- Vertrage ich einen anderen Altersmix? Das Durchschnittsalter ist höher als auf der Hochsee. Aber das bietet auch die Chance auf sehr interessante Gespräche und Begegnungen.
Mein Fazit Wenn ich mir jetzt eine Route aussuchen könnte, würde ich die Donau von Passau nach Budapest wählen. Einfach auf dem Sonnendeck zu sitzen, während die Welt an einem vorbeizieht, stelle ich mir großartig vor.
Wie denkst du darüber? Wäre eine Flusskreuzfahrt etwas für dich oder bleibst du lieber auf hoher See?




