Hast du auch das Gefühl, dass es immer schwerer wird, bei AIDA faire Angebote als Alleinreisender zu finden? Ich habe mich tief in die Materie eingegraben, und die Ergebnisse sind eindeutig. Spoiler vorweg: Es liegt nicht daran, dass AIDA uns als Gäste ablehnt. Es ist schlicht und ergreifend reine Mathematik.
Die Entscheidungen fallen nicht in Rostock, sondern in Miami AIDA ist keine eigenständige Firma, sondern gehört zur Carnival Corporation. Die Entscheidungen werden in Miami getroffen, direkt von den Aktionären, die feste Renditen sehen wollen. Im März hat Carnival das neue “Propel” Programm angekündigt. Das Ziel ist klar formuliert: 14 Milliarden Dollar sollen in den nächsten vier Jahren an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Dieses Geld muss erwirtschaftet werden, was bedeutet, dass jede Kabine maximal belegt sein muss.
Die wichtigste Kennzahl der Branche: ALBD Um das zu verstehen, müssen wir uns eine einzige Kennzahl anschauen: ALBD (Available Lower Berth Day). Diese Zahl geht davon aus, dass in jeder Kabine zwei Personen schlafen, was 100 Prozent entspricht. Wenn eine Person alleine reist, erreicht sie nur 50 Prozent. Damit verschlechtert ein Alleinreisender sofort alle Quartalszahlen, die Carnival an die Aktionäre meldet.
Warum dein Einzelkabinenzuschlag nicht reicht Der Einzelkabinenzuschlag von oft 70 Prozent reicht nicht aus. Kreuzfahrten funktionieren nach dem Drucker und Patronen Modell. Das Schiff ist der günstige Drucker, die Gäste sind die teuren Patronen. 30 bis 35 Prozent des gesamten Umsatzes werden an Bord gemacht durch Getränkepakete, Spa und Ausflüge. Eine vierköpfige Familie bringt in derselben Kabine deutlich mehr Bordumsatz als eine Einzelperson, obwohl die Fixkosten für Heizung oder Strom gleich bleiben.
Weniger als 1% Einzelkabinen: Ein Zufall? Dieses System spiegelt sich im Bau der Schiffe wider. Schau dir die gigantische AIDA Cosma an: Von 2.732 Kabinen sind gerade mal 24 für Alleinreisende vorgesehen. Das sind weniger als 0,87 Prozent der Gesamtkapazität. Das ist komplettes Design. Auch bei der aktuellen “AIDA Evolution” fließen hunderte Millionen Euro in Familiensuiten und Restaurants, um den Bordumsatz weiter zu pushen. Das Wort “Alleinreisende” sucht man in den Pressemitteilungen vergeblich.
Dazu kommt ein KI gesteuerter Algorithmus, der Preise nur senkt, wenn akuter Leerstand droht. Zudem gibt es seit 2024 neue CO2 Abgaben, die Alleinreisende im Durchschnitt pro Kopf teurer machen als Familien in derselben Kabine.

Wie du das System trotzdem schlagen kannst Das System von Carnival Corporation wird sich so schnell nicht ändern. Es gibt jedoch Lücken für uns:
- Nebensaison und Transreisen: Hier gibt es oft noch richtig gute Möglichkeiten.
- Weit im Voraus planen: Die wenigen Einzelkabinen auf der Cosma oder Nova musst du oft zwei Jahre im Voraus buchen.
- Extreme Last Minute Angebote: Manchmal hat der Algorithmus die Umsatzziele verfehlt und füllt kurzfristig mit Alleinreisenden auf.
Was sind deine Erfahrungen an Bord? Bemerkst du auch, dass der Fokus immer stärker auf dem Bordumsatz liegt? Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare.




